Georgs Gedichte

From Schattiges Plaetzchen

Schattiges PlätzchenAus eigener Feder

Dies ist eine Sammlung von Georgs Gedichten.

Contents

Heimweg (2001)

Mein erstes Gedicht, das ich im Rahmen einer Schulaufgabe schrieb. Die Lehrerin (Grundkurs Deutsch) gab uns für eine Stunde, in der sie nicht anwesend sein konnte, auf, ein Gedicht zu schreiben.
Auch wenn dieses Gedicht an einigen Stellen grammatikalisch und stilistisch nicht korrekt ist, möchte ich den werten Leser anregen, sich Gedanken darüber zu machen, wer oder was mit dem "Du" in diesem Gedicht angesprochen sein könnte...

Heimweg

Da schließen sich die letzten Türen.
Still liegst du da, in der Nacht.
Kannst du ihn nicht zu mir führen,
Eh der neue Tag erwacht?

Nur die Wächter an der Zinne,
Schauen in die Fern hinaus.
Mög die Nacht schärf seine Sinne,
Bring du ihn mir doch nach Haus.

Sie bringt mich fast um, die Stille!
Dunkelheit liegt über dir.
Lasse wachsen seinen Wille.
Führe ihn zurück zu mir!

Schon geschlagene zwei Stunden,
Stehe ich am Fenster hier.
Stirbt er etwa grad an Wunden,
Hergeführt durch wild Getier?

Ließest du ihn denn verirren,
Sodass er zurück nicht find?
Oder gab es Schwerterklirren?
Verletzt er im Gras sich wind?

An mein Ohr dringt Zugerufe.
Hatte er etwa doch Glück?
Ich vernehme Pferdehufe.
Er ist heil endlich zurück.
Georg, 20.02.2001

Fit wie ein Turnschuh (2002)

Dieses Gedicht schrieb ich für meine Oma zum 85. Geburtstag.

Fit wie ein Turnschuh
Ich gehe durchnässt durch die Stadt,
Da kommst du mir entgegen.
Du sitzt hoch oben auf dem Rad,
Und das bei solchem Regen.
Ganz mühelos fährst du vorbei,
Mit deiner guten Laune.
Du sagst, da sei doch nichts dabei,
Doch ich steh’ nur und staune.

Und du willst fünfundachtzig sein?
Ich glaub mich trifft ein Hinkelstein!
Dann müsst ICH schon ham 30 Jahr,
Und das wär doch recht sonderbar.

Besuchst du mal ’nen Medikus,
Und verlangst eine Spritze,
Dann denkt dieser „Die hat ’nen Schuss!“,
Und beschuldigt die Hitze.
„Bei solchen Werten“, sagt er dann,
„traut sie sich her zu kommen.
Was stellt sich diese Frau denn an?
Sie war nicht mal benommen.“

Und du willst fünfundachtzig sein?
Ich glaub mich trifft ein Hinkelstein!
Dann müsst ICH schon ham 30 Jahr,
Und das wär doch recht sonderbar.

In Deutsch, da hab ich ein Problem,
Ich soll interpretieren.
Na klar, ich kann zur Oma gehn,
Nicht nur zum Korrigieren. 
Sowohl das Treffen des Herrn Grass,
Als auch des Luthers Thesen,
In Lit’ratur bist du ein Ass
Und wahnsinnig belesen.

Und du willst fünfundachtzig sein?
Ich glaub mich trifft ein Hinkelstein!
Dann müsst ICH schon ham 30 Jahr,
Und das wär doch recht sonderbar.

Georg, 05.02.2002

Frühling (2002)

Ein wenig Kitsch muss auch mal sein...

Frühling
Es grünt und blüht in voller Pracht,
Der Frühling ist nun aufgewacht.
Ein Summen liegt bald in der Luft,
Und überall ein herrlich Duft.
Ich seh schon Tiere: Eins, zwei, drei.
Der Winterschlaf ist wohl vorbei.
Georg, 09.02.2002

Nachtwache (2002)

Nachtwache
Schatten irren durch die Nacht,
In dem Wald leises Gehusch.
Hat da nicht wer kurz gelacht?
War dort etwas in dem Busch?

Du spannst jeden Muskel an;
Mit dem Schwert fest in der Hand
Leise schleichst du dich heran,
Bis zum nahen Waldesrand.

Kaum hast du etwas gesehn,
Durchzuckt dich ein tiefer Schmerz:
Tot musst du zu Boden gehn. -
Ein Pfeil bohrt sich in dein Herz.

Die Moral von dem Gedicht:
Wachen kann man, oder nicht.

Georg, 23.03.2002

Hetzjagd (2004 )

Mein erstes Gedicht nach langer Pause. Es entstand in einer Freistunde in der Uni.

Hetzjagd
Gehetzt wie ein wildes Tier.
Hinter ihm der Fackelschein.
Er riss nicht mal rein aus Gier,
Sondern aus der Not allein.

Doch das Dorf, von Wut entbrannt,
Folgt ihm nun tief ins Dickicht.
Mit Axt und Sense in der Hand,
Wünscht es ihn vor ein Gericht.

Klau’n und Reißzahn wachsen wieder;
Jeder Sinn wird wach und fein.
Er fällt auf die Knie nieder,
Der Fluch greift nach seinem Sein!

Da sind sie, die ihn so hassen,
Mit dem Beil, sie schlagen hart.
Hätten sie ihn gehen lassen,
Hätten sie sich dies erspart:

Gelbe Augen, scharfe Zähne,
Klauen dringen ein ins Fleisch.
Tiefe Wunden, Holzgriffspäne,
Blitzschnell erstickt das Gekreisch.

Rotes Blut, von all den Bauern,
Sich nun mit der Erde eint.
Nur der Mond hört noch sein Trauern,
Das er ihm entgegen weint.

Georg, 14.12.2004
(überarbeitet 27.04.2005)

Weich wie Schnee (2004)

Meiner Meinung nach ist dieses Gedicht mein schönstes und bestes. Es entstand während einer Mathevorlesung.

Weich wie Schnee
Sanft und seidig fällt sie nieder,
Lässt vom Wind sich gerne tragen,
Trifft auf Schwestern immer wieder.
Sieh! Sie werden mehr und mehr,
Denn sie tanzen schon seit Tagen,
Auf den Böen hin und her.
Georg, 15.12.2004

Wahre Liebe (2004)

Wahre Liebe
Es ist nun schon Jahre her,
Schwarzer Sand durch das Glas rann,
Doch ich vermiss dich noch sehr,
Da ich nicht vergessen kann.

Wenn ich montags früh aufsteh,
Oder neu am Wecker dreh,
Wenn ich in das Kino geh,
Oder in der U-Bahn steh,

Weiß ich immer, dass all dies,
Wir getan auch schon zu zweit.
Erst heut, wenn ich dein Grab gieß,
Ich zu schätzen weiß die Zeit.

Nieder ich den Kranz nun leg.
Ich leb noch, noch steh ich hier,
Doch zum Glück führt jeder Weg,
Einen Schritt näher zu dir.

Georg, 17.12.2004
(überarbeitet 15.06.2005)

Sehnsucht (2005)

Ein Versuch von Anti und mir, mal ein Gedicht nicht aus dem Bauch heraus zu schreiben, sondern von vorne bis hinten durchzukonstruieren... Anfangs sollte dies noch eine Variante von Wahre Liebe sein.

Sehnsucht

Du zeigtest mir deine Welt
Und des Nachts das Sternenzelt.
Uns verband bald Hand in Hand
Ein unendlich starkes Band.

Sonne, Himmel, Morgentau
Was auch immer ich nun schau,
Alles ist bloß grau in grau - 
Fort an einem andern Ort.

Stets ergreift Sehnsucht mein Herz.
Nach Liebe Geborgenheit,
Nach Nähe vergang’ner Zeit.
Zurück bleibt: Dein Tod - Mein Schmerz.

Ich ertrug nun Leid genug.
Ich leb' noch, noch atme ich,
Und mein nächster Atemzug
Trennt auf ewig dich und mich.

Georg & Anti, 24.06.2005
(überarbeitet von Georg, 09.07.2005)

Schwerer Abschied (2005)

Ein Gedicht für meine damalige Freundin.

Schwerer Abschied
Schweigend halt ich dich im Arm,
Deinen Blick ich fange ein,
Dieser Moment hält uns warm,
Denn er gehört uns allein.

Deine Augen fesseln mich;
Ozeantief ich versink.
Voll von Glück nun innerlich,
Liebestrunken ich ertrink.

Lass diese Geborgenheit
Doch währen den ganzen Tag!
Auch wenn diese Ewigkeit
Ein Tropfen beenden mag.

Die Träne, den Lippen nah,
Wisch ich fort mit einem Kuss.
Traurig streich ich durch dein Haar,
Da ich nun doch gehen muss.

Georg, 31.07.2005

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